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 Lustige Weihnachtsgeschichte - Teisnacher Weihnachtsolympiade!

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BeitragThema: Lustige Weihnachtsgeschichte - Teisnacher Weihnachtsolympiade!   Mo Jun 21, 2010 11:53 am

Rennski unterm Christbaum
Eine lustige Weihnachtsgeschichte von Rudi Weishäupl

Es war anfangs der 70er Jahre als wir Buben noch kein Internet hatten und nur beschränkt Fernsehen konnten und deshalb Action an der frischen Luft bevorzugten.
Als Eventmanager für 3 Brüder und unzählige Nachbarskinder ging es darum die Woche bis zum Heilig Abend auszufüllen. Einnahmen mussten her, um die Weihnachtsgeschenke für Mama und Papa zu finanzieren.
Spontan entstand der Plan eine Weihnachts-Olympiade auszurichten. Schnee lag in diesem Jahr im Bayerischen Wald genug, so dass wir ihn nicht mit den Schubkarren holen mussten.
Meine Aufgaben:
1.Pokale mussten her.
2.Sportarten mussten ausgewählt werden
3.Zeitplan aufstellen und Kinder benachrichtigen
4.Zeitnehmer, Wertungsrichter, und Weitenmesser mussten gefunden werden.
5.Strecken, Schanzen usw. herrichten,
6.Startgebühren festlegen

Zu Punkt 1, (Pokale) war kein Problem. Papa war ein guter Eisstockschütze und hatte viele Pokale herumstehen, Onkel Karl war Fischer und im Schützenverein und er hatte auch welche übrig die frisch aufpoliert ihren Zweck erfüllen sollten.
Zu Punkt 2, (Sportarten) Langlauf, Skisprung, Slalom, Abfahrt.
Zu Punkt 3, (Benachrichtigung) Boten (Mädchen) wurden ausgeschickt.
Zu Punkt 4, (Helfer)Mädchen und Verletzte
Zu Punkt 5, (Kampfplätze)Mädchen, Verletzte, Brüder und ich
Zu Punkt 6, (Finanzierung)30 Pfennig je Sportart oder 1 Mark für alle 4 Wettbewerbe

1.Tag Kampftag - Langlauf
22 Teilnehmer hatten sich angemeldet und obwohl wir alle zwischen 5 – 14 Jahre alt waren gab es nur eine Rennklasse. Die Rundstrecke war ca. 300 m lang und musste 4x gelaufen werden. Klaus V. musste disqualifiziert werden, da er auf der Strecke liegen blieb und begann Schnee zu essen.

Sieger war Edgar (die Lunge) ging in meine Klasse und konnte immer rennen und hatte noch dazu echte Langlaufskier (bekam er von der Schule) Er war auch Frühreif, hatte mit 11 schon den Stimmbruch und bereits Haare auf dem S.. ihr wisst schon wo.
2.Platz ging an Theo (Dietmar) war eigentlich Tormann und für sein Alter sehr groß und hatte hervorragend präparierte NATO-Kneissl von seinem Bruder der beim Bund war)
3.PlatzKarl-Heinz (Kluferl) heißt übersetzt Büroklammer – er war spindeldürr und war von seinem täglichen kilometerweiten Schulweg gestählt. Er sah damals und heute wegen seinem langen Kinn aus wie der lange von den Daltons-Drillingen (Luky Luke) Kluferl nahm nur am Langlauf teil, ansonsten war er völlig unsportlich, außer im Zehnerlwerfen und Watten.

Ich wurde bescheidener 6. Hatte keine LL-Skier aber dafür Bretter vom Vetter (Star)Helmut.
Die waren fast 2m lang und 4x so schwer wie die Skier von Edgar und breiter als heutige Sprungski.

2. Kampftag – Skisprung
18 Teilnehmer an der Schanze zum alten Rathaus.
Zunächst war Arbeit angesagt, weil die Muggerl-Bande die Schanze am Vorabend zerstört hatten und die Bäu-Buama aus dem Schanzenschnee ein Iglu bauten.
Es war die Zeit für Spezialisten. Natürlich hatte keiner Sprungskier aber hier trennte sich die Spreu vom Weizen oder anders gesagt die Mutigen von den Ängstlichen.
Der K-Punkt der Schanze lag bei ca. 15m und Außenseiter belegten die vorderen Plätze.

1.Platz - Schoose-Tscho (Georg O.) war kein guter Skifahrer aber Todesmutig und bekam für seinen Beinbruch im 2. Durchgang(Oberschenkel) zu den guten Weiten in beiden Durchgängen, einen Bonus für die Flugphase. Wir zogen ihn mit dem Schlitten zum Dr.Plach, der mich mit den Worten empfing „Du scho wieder“, da ich eine Woche vorher den Monerl L. mit einem gebrochenen Arm vorbeibrachte (Sturz beim Gleitschuhfahren).
Schoose bekam zum Trost auch noch den schönsten Pokal ins Krankenhaus geliefert.
Es war ein Hechtfisch drauf und dies sollte damit den schönsten Hechtsprung signalisieren.
2.Platz - Guido (Chiko) Mein kleiner Patchwork- Bruder kannte keine Angst. Machte alles was wir forderten. Und es war Weite und Haltung gefordert. Er war der Jüngste Teilnehmer und segelte förmlich, mit damals nach vorne gestreckten Armen, über den K-Punkt.
Sein Problem war die Landung. Er hatte die spektakulärsten Stürze die man sich vorstellen konnte, aber sobald er sich aus dem Schnee befreit hatte und sein überleben gesichert war, fragte er sofort: wie weit? wie weit? Und er tat sich wegen seiner jungen Gummiknochen nie weh. Außerdem ein Indianer kennt keinen Schmerz.
3.Platz - Eisenfuß (Arnulf) Er war der geborene Flieger, zaundürr und federleicht schwebte er in den Zielbereich. Dick konnte er nicht werden, da er mit 12 schon Kettenraucher war aber darum die nötige Ruhe mitbrachte.

Ich hatte Materialprobleme, da meine Skier nach der 1.Landung gebrochen sind und ich im 2.Versuch darum mit den Zentnerskiern vom Vortag springen musste. Wieder nur 6. Hoffentlich bringt das Christkind neue Skier.

Einen Tag vor Hl.Abend musste ich noch die Geschenke kaufen. Für Mama was für die Küche ( 2 Schneebesen und 1 Kartoffelschäler) Vom Eisen-Würz bekam ich noch eine Käsereibe gratis dazu, wobei von uns keiner geriebenen Käse mochte. Für Papa etwas Elektrisches (kl.Ventilator fürs Auto). Die Einnahmen reichten gerade noch aus.

3. Kampftag (Hl.Abend) Vormittag Slalom

Nur noch 14 Teilnehmer, was aber am Termin und den vielen Verletzten lag.
Bereits am Abend zuvor holte ich die uralten Skier vom Speicher, da die andern ja gebrochen waren. Mit meinem Bruder Gerhard (Aki-Bua) welcher die gleiche Materialprobleme hatte, mussten diese Skier nun auf Vordermann gebracht werden, um nicht völlig chancenlos gegen die übermächtige Konkurrenz antreten zu müssen. Unsere Ski hatten nicht mal Stahlkanten, geschweige denn einen Plastikbelag und so kam uns die Idee diese Profimäßig zu wachseln. Von der Oma war noch ein altes Bügeleisen da und Bohnerwachs von der Mama. Über 2 Stunden wurde gebügelt.

Der Slalomhang war sehr schwierig und im unteren Teil so steil wie die Streiff in Kitzbühl, na gut fast so steil. Es gab Neuschnee und wir testeten unsere Skier auch nicht, um die Wachsschicht in keinster Weise zu beschädigen. Ausgesteckt hatte ich selber und wusste um die Tücken des Kurses. Sorgfältig trugen wir unsere Bretter an den Start. Wir hatten hintere Startplätze und sahen so, wie die Favoriten vor uns allesamt mehrmals stürzten. Ich hatte wohl zu schwer ausgesteckt. Sah aber darin unsere Chance. Gleich als ich die Ski anlegte merkte ich die gute Bodenhaftung. Bodenhaftung ist absolut untertrieben. An meinen Skiern pappte der Schnee so, dass ich immer ca.10cm Schnee unter den Brettern pappen hatte. Beim Startsignal wollte ich rauspreschen und das Drama nahm seinen Lauf. Mit aller Mühe könnte ich mich mit den Skistöcken, den wirklich steilen Hang hinab schieben und im Langlaufschritt dem Ziel in Slalom entgegen laufen.
Doch dann kam der Hammer.
1.Platz Aki-Bua – mein Bruder hatte das gleiche Bohnerwachs drauf wie ich, aber sah wie ich mich zuvor schiebend zu Tal quälte und konnte so noch einiges an Wachs herunterkratzen und somit die Gunst der Stunde nutzen. Er hatte die beste Mischung für den schweren Hang und er hatte keine 10 cm pappen und kam natürlich ohne Sturz runter.
2.Platz - ich selber – damit hatte keiner gerechnet, doch da alle anderen gestürzt waren und wir ohne Sturz durch die Tore schieben konnten hatten wir die Bestzeit. Ihr solltet die Gesichter von den Slalomprofis gesehen haben. Sowas nennt man Wax-Glück!
3. Platz Paul O. und Karle T. beide Zeitgleich. Aber Paul nur mit 2 Stürzen und Karli mit 4.

Heilig Abend

Es gab nichts Aufregenderes als die letzte Stunde vor der Bescherung. Wir 4 Brüder mussten in der Küche ausharren und darauf warten, dass das Christkind ins Wohnzimmer geflogen kommt und vor der Küche klingelt. In der Zwischenzeit schwelgten wir in Träumen über die Geschenke oder ließen uns von Chico eine Geschichte erzählen. Diese hatte nie ein Ende. Wenn er fertig war brauchten wir nur sagen: Und dann? Schon legte er wieder los und fantasierte weiter an der unendliche Geschichte. Unser Kleinster Bruder Robbe-Robert war fad, störte laufend und er stank, da er in die Windeln geschissen hatte. Um dessen Geruch aus dem Wege zu gehen setzten wir ihn kurzerhand auf den Küchenkasten in ca. 2m Höhe. Im Nachhinein eine wohl zu harte Maßnahme für den nicht einmal 2-Jährigen Hosenscheißer. Heute über 30 Jahre später, ist er uns dafür dankbar, als Global-Player hat er so keine Flugangst mehr und braucht kein Manager-Überlebenstraining mehr zu machen.
Endlich war es soweit. Es läutete. S´Christkind war da. Mama machte immer den schönsten Christbaum. Die Sternschneitzer und Kerzen brannten und in diesem Lichterschein sahen wir sie sofort, die glänzenden Skier. Aki-Bua bekam leuchtende Augen als er die weißen Völkl Tiger sah. Ich überstand wie in Trance den o du Fröhliche-Gesang und die Weihnachtsgeschichte die Mama noch vorlas, noch fröhlicher, da die violetten ELAN-Ski mit Stahlkanten, Plastikbelag, Sicherheitsbindung und Fersenautomatik ca. 20 cm länger waren als die Völkl und folglich für mich sein mussten.
Mama freute sich über die Küchenutensilien, besonderes über die Käsereibe und Papa haxte wie immer, schon am Heilig Abend sein Geschenk auf, bevor es seinen Platz gefunden hatte.
Dass Aki-Bua und ich nach der Bescherung bis kurz vor der Christmette mit den neuen Skiern an den Füßen im Hausflur herumliefen kann sicher jeder verstehen. Was jedoch die Mama wegen dem Frischgebohnerten Boden nicht sehr freute, zumal auch Chico mit seinem neuen Rad ohne Stützräder den Gang entlang wetzte und öfter aneckte und Robbe Robert eine Schleifspur aus seinen Windeln am Boden hinterließ.

4. Kampftag – Abfahrt - 18 Teilnehmer
Vormittags waren wir noch zum Training ins Hochfeld rauf und testeten wer die tiefste Hocke fahren kann. Leider versuchte dies auch der Sealmbauern- Seppi und promt hats ihn gscheid geworfen. Geübt, nach der Verletzung von Schoosi, legten wir dem Seppi gleich am Hang Schienen am Bein an. Zum Dr. haben wir ihn nicht mehr gebracht, sonst hätt der glatt geglaubt ich sei an den ganzen Verletzungen Schuld. Da die Diagnose eindeutig war, auch Oberschenkelbruch, riefen wir gleich den Sanka an und baten die Sanis, ihn in Viechtach gleich zum Schoosi ins Zimmer zu legen. Angst hatte ich nur, dass ich ihm das Bein zu schwach abgebunden habe und er deswegen ein Holzbein bekommt.
Nachmittags dann:
Gleich vorne weg. Die Skier wurden nicht mehr gewachselt, die von Aki-Bua konnten sowieso nicht präpariert werden, weil er mit den Renntigern die ganze Nacht im Bett war.
Mit breiter Brust und neuen Material ging es zum Abfahrtshang beim Friedhof.
Auch die Konkurrenz hatte mächtig aufgerüstet und das Rennen verlief nicht nach unserem Geschmack. Für uns war das Material einfach zu schnell und so setzten sich die besten Skifahrer auch durch.
1.Platz Lodda. Der beste Techniker, er hatte das gute Material schon länger im Griff.
2.Bedaban (Hansi) war für sein Alter recht klein, aber dadurch sehr Aerodynamisch.
3.Fredi. (heisst jetzt Alexander) Er durfte allerdings 2x fahren, weil er solange geplärrt hat und bockend in der Strecke liegend blieb, bis er noch mal runter durfte, da er angeblich das Startsignal nicht gehört hatte.

Für den Januar war dann ein Team-Wettbewerb geplant (Altes Dorf, Kirchensiedlung, Marienthal, Muggerl, Hundsruck und Zentrum hatten gemeldet) aber dass ist eine andere Story.

Und die Moral von dieser Geschicht!
Christkindl-Skier alleine gewinnen nicht!
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